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Im folgenden Interview, das Fragen der Zuschauer beinhaltet, beantwortet der Regisseur Martin Tin Schulz Fragen zur Entstehung der Internetserie und einige Hintergründe.

weto: Wie bist du auf die Idee gekommen eine Serie zu machen?
Tin: Ich schau schon seit Jahren gerne Serien und habe auch schon früh angefangen Geschichten zu schreiben. Da es mir schwer fällt einen Film zu schreiben, der einen Abschluss hat, würden meine Filme immer offen bleiben. Und es ist ja auch im echten Leben so, dass es nie ein wirkliches Ende gibt. Es geht immer weiter, wie in einer Serie auch.

weto: Wie bist du auf "we together" gekommen?
Tin: Das ist eigentlich eine echt lange und irgendwie witzige Geschichte. Ich hab im Sommer 2006 den Kurzfilm "WE - das Wochenende" gedreht. In dem Film ging es um 4 Jugendliche und deren intriganten Lehrer (damals schon mit Thomas Goersch und Adrian Groner in den Hauptrollen). Beim Dreh ging sehr viel schief und es war überhaupt das erste eigene Projekt von mir. Am Ende war ich einfach nur glücklich, dass es vorbei war. Als ich den Film dann online gestellt hatte, kam sehr viel überraschend gute Resonanz rüber. Der Film endete mit einem kleinen Umtrunk vor der Schule und es gab kein klares Ende für den Film. Als dann die ersten Anfragen kamen ob es weitergehen würde und wie, musste ich zugeben, dass es mich reizte weiterzumachen. Ich wollte eine Fortsetzung schreiben, doch einige Darsteller des Kurzfilms konnten nicht mehr mitwirken, also entschied ich mich für die Variante "WE two" was sowohl für "wir zwei" als auch für "Das Wochenende 2" stehen sollte. Doch als weitere Darsteller absagten, hatte dieses Konzept keinen Sinn mehr. Ich entschied mich den Charakter "Phil" in eine WG ziehen zu lassen. Dort tauchten erstmals die Charaktere "Nicki", "Ander", "Chrissi" und "Steve" auf. Doch der Film konnte aus zeitlichen Gründen 2006 nicht mehr gedreht werden und so legte ich das Projekt Kurzfilm auf Eis. Im Herbst 2006 kam dann überraschend eine E-Mail von Thomas und er fragte ob es weitergehen würde als Serie. Und mit den Ideen aus der Fortsetzung und neuen Mitwirkenden setzte ich mich hin und entwarf "we together" was durch den Titel noch ein wenig an den Ursprung erinnern soll.

weto: War es schwer aus einem Film eine Serie zu machen?
Tin: Da in der "Fortsetzung" vom Kurzfilm neue Gesichter dabei waren, mussten wir wieder komplett von vorne anfangen. Man hätte den Film als Piloten behalten können, doch es hatte sich zu viel verändert und so war es eindeutig besser von Anfang an auch den Film zur Folge umzuschreiben.
weto: Warum ist "we together" eine Internetserie?
Tin: Mit unseren finanziellen und technischen Mitteln könnten wir nicht im Fernsehen laufen. Da es genügend Interessierte gibt, die sich Serien im Internet anschauen, bietet sich der neue Markt an. Es ist natürlich auch ein Testlauf, der uns gelungen ist. Wir haben regelmäßig Besucher aus dem Ausland, die gerne "we together" anschauen und im Fernsehen wäre sowas nicht möglich. Ebenso können wir schneller arbeiten: Wenn optisch etwas nicht stimmt, ist in wenigen Minuten etwas geändert. Im Fernsehen wäre "we together" vermutlich schnell abgesetzt worden, da die Serie erst "anlaufen" musste. Im Internet droht uns keine ,Absetzung, es sei denn wir wollen das ;)
weto: Wie schätzt du den Erfolg der Serie ein?
Tin: Dazu kann ich gar nichts sagen. Klar wäre es schön, wenn "we together" erfolgreich werden würde. Wobei "erfolgreich" auslegungssache ist ;)
weto: Hatten die Darsteller ein Mitspracherecht bei ihren Charakteren?
Tin: Nicht wirklich. Als ich angefangen hab zu schreiben stand nur wenig fest. Klar war, dass meine Schwester als "Miri" auftauchen würde, Thomas & Adri in ihre alten Rollen schlüpfen würden und Dawyane Smith & Laetitia Michel neue Rollen aus der Serien-WG übernehmen würden. Das hat mich beim Schreiben ein wenig beeinflusst, weil ich weiß wo die Stärken meiner Leute liegen.
In Staffel 2 konnten die Darsteller sagen was sie gerne spielen würden und was sie nicht spielen wollen. Das war es allerdings auch, da am Konzept für Staffel 2 oft und viel verändert wurde.
weto: Nimmst du Kritik auf?
Tin: Ich nehm mir die Kritik der Zuschauer klar zu Herzen. Manche trifft einen natürlich härter als andere, aber ich versuche aus der Kritik das Beste zu machen. Sieht man ja auch daran, dass sich die Qualität der Folgen zum Ende der ersten Staffel merklich gesteigert hat. Kritikpunkte waren die vielen Gesichter die zum Teil nur kurz vorkamen, dass pro Folge immer mehr neue Gesichter dazu kamen, die schnellen Schnitte, die unterschiedlichen Folgenlängen etc. Aber in Staffel 2 sieht das ganze dann hoffentlich besser aus :)

weto: Traumjob: Chef einer eigenen Serie. Würdest du das so unterschreiben?
Tin: Nein, ganz sicher nicht.

weto: Warum nicht?
Tin: "we together" ist ja kein Job sondern ein Hobby, bei dem ich sehr viel Erfahrung sammeln kann.

weto: Aber du würdest schon sagen, dass es ein Vorteil ist, wenn man seine eigene Serie hat oder?
Tin: Es macht sehr viel Spaß eigene Geschichten und Rollen aufzubauen, zu sehen wie es sich entwickelt und dass es anderen gefällt.

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